Langweilig würde es Sandra Rohrbach, der Gewinnerin der diesjährigen Elvira Lüthy Auditions, mit Sicherheit auch dann nicht, wenn sie an keinen Wettbewerben teilnehmen würde. Die dreissigjährige Mezzosopranistin, die sich derzeit an der Haute Ecole de Musique Fribourg bei Antoinette Faës auf das Konzertdiplom vorbereitet, unterrichtet neben ihrem Studium und ihrer Konzerttätigkeit an der Volksschule, sowie als Gesangslehrerin in Langnau. Doch der Reihe nach. Sandra Rohrbach stammt aus einer Familie, in der Musik immer eine zentrale Rolle spielte. Früh schon spielt sie Violine, später kommen Gesang und Klavier hinzu. Nicht weniger wichtig ist für sie der Tanz, der sie bis heute begleitet hat – im klassischen Ballett fühlt sie sich gleichermassen zu Hause wie im Jazztanz. Nach der Schule besucht sie das staatliche Lehrerseminar in Bern, wo sie 2001 das Lehrerpatent erwirbt. Danach beginnt sie ein Gesangsstudium bei Dennis Hall im Rahmen der damaligen SMPV-Berufsausbildung. Da Dennis Hall in der Folge schwer erkrankte, konnte sie das Studium beim SMPV nicht beenden und erwarb 2007 das Lehrdiplom am Conservatoire de Fribourg. Diverse Meisterkurse und die Teilnahme am Schweizerischen Opernstudio in Biel runden ihre Ausbildung als Sängerin ab. Schon vor und während des Studiums nimmt Sandra Rohrbach nicht nur Engagements im klassischen Bereich wahr, sondern singt auch in diversen Bands und tritt in Musicals auf. Gerade zum Musical fühlt sie sich zu Beginn ihrer Laufbahn besonders hingezogen, denn hier konnte sie auch ihr tänzerisches Können voll einbringen. Dr chly Vampir, Anatevka und Linie 1 sind nur einige der Musicals, in denen sie mitwirkte.In der klassischen Musik spricht Sandra Rohrbach stimmlich wie auch musikalisch vor allem die Welt der Oper an. Auch hier gelang es ihr, vieles unter einen Hut zu bringen – so war sie 2008 am Stadttheater Bern in Per Norgårds Wölfli-Oper Der göttliche Tivoli zu hören, und im Februar dieses Jahres am Theater Biel-Solothurn in Amadis – L’opéra de Lully (Jean-Baptiste Lully/Camille Kerger) in der Rolle der Urgande.Ihren erlernten Beruf als Primarlehrerin übt sie daneben ebenso aus wie jenen als Gesangslehrerin. Beides bereitet ihr gleichermassen Freude. Dass es mitunter auch ein Balanceakt sein kann, alle diese Aktivitäten gleichzeitig zu bewältigen, wird deutlich, wenn Sandra Rohrbach im Gespräch etwa die Schwierigkeit anspricht, am Morgen den Energien einer Schulklasse von Elfjährigen gerecht zu werden und am gleichen Abend ein klassisches Konzert zu singen, oder auch, Freundschaften immer so viel Zeit widmen zu können, wie man das am liebsten tun würde. In nächster Zeit möchte Sandra Rohrbach sich vor allem auf ihr bevorstehendes Konzertreifediplom konzentrieren. Ihre Zukunft sieht sie vor allem im klassischen Gesang, und dort am liebsten in der Oper. Wir sind gespannt.
-bt
| Der SMPV ist der grösste schweizerische Berufsverband im Bereich Musik und Bildung. Er besteht aus einem Zentralverband und 15 regionalen Sektionen. Er bietet seinen Mitgliedern ein breites Spektrum an Dienstleistungen an und setzt sich für ihre beruflichen Interessen ein. |