Marianne Wälchli, Förderkreis: Zweihundert Studierende sind zurzeit bei der SAMP für SMPV-Lehr- und Konzertdiplomstudien eingeschrieben. Was sind die Berufsziele dieser Studierenden?
Valentin Gloor, Akademieleitung SAMP: Ein überwiegender Teil beabsichtigt, eine musikpädagogische Tätigkeit im selbständigen und/oder angestellten Rahmen auszuüben. Daneben spielt natürlich auch das Konzertieren eine Rolle. Tatsache ist aber, dass viele bereits eine Stelle als Musiklehrkraft oder eine beachtliche Anzahl von Privatschülern haben, wenn sie das Studium bei uns antreten!
Es handelt sich also nicht um Erstausbildungen, sondern eher um Nachqualifikationen oder Studien auf dem zweiten Bildungsweg?
Das ist richtig. 90% unserer Studierenden gehen einer Teilzeitarbeit nach, 70% sind über 30-jährig. Erstausbildungen sind die Ausnahme.
Man hört oft, es gebe in der Schweiz schon heute zu viele Musikerinnen und Musiker.
Die Arbeitsmarktsituation ist für MusikerInnen und MusikpädagogInnen in der Schweiz zurzeit nicht komfortabel. Die Rahmenbedingungen für diesen Arbeitsmarkt werden aber von der Politik definiert und zu weit über 90% von staatlichen Akteuren geprägt. Es wäre somit unredlich, einer privaten Ausbildungsstätte die Schuld an der angespannten Situation zuweisen zu wollen. Solange die SAMP ihren Studierenden ohne falsche Versprechungen und zu einem jährlich fünfstelligen Vollkostenpreis ein fachlich-inhaltlich hochwertiges Studium anbietet und diese Möglichkeit von 200 erwachsenen, mündigen Personen genutzt wird, muss sich die SAMP keine Vorwürfe machen.
Aber die von der SAMP durchgeführten SMPV-Studiengänge führen ja (noch) nicht zu einem anerkannten Diplom.
Der Weg zur Anerkennung ist steinig, aber durch die Orientierung an den Musikhochschulstandards bei den Prüfungen konnte eine wichtige Entwicklung in Gang gesetzt werden. Um die Qualität der Ausbildung und den Wert des Diploms garantieren zu können, streben wir den Hochschulstatus an. Ein Diplom ohne Status steht ebenso quer in der heutigen Bildungslandschaft wie der in der Musikausbildung noch immer dominierende Jugendlichkeits- und Geniekult. Die Realität unserer Gesellschaft sieht völlig anders aus: Lebenslanges Weiter-, Um- und Neulernen und eine zunehmende Anzahl von Berufsleben, die erst durch mehrere berufliche Standbeine die Existenzsicherung ermöglichen. Es ist unbegreiflich, weshalb ausgerechnet in der Musikpädagogik Umschulungen im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren nicht mehr möglich sein sollen und das (jugendliche) Alter sogar oft als ein zentrales Kriterium für das Entwicklungspotential der Studieninteressenten herangezogen wird.
Ist dies ein Appell an die Politik?
In der aktuellen wirtschaftlichen Grosswetterlage besteht kaum Aussicht auf eine Änderung dieser einschränkenden Praxis – schon die bereits bestehenden (Erst-)Ausbildungsangebote müssen ja andauernd ihre Existenz rechtfertigen und oft Jahr für Jahr wieder um ihre Mittel kämpfen. Die Studien des Privatanbieters SAMP sind und bleiben sinnvoll und gesellschaftlich relevant. Die strukturellen Wurzeln der SAMP/SMPV-Berufsausbildung reichen zwar über 90 Jahre zurück, die Eckpfeiler sind aber von schlagender Aktualität: örtliche und zeitliche Flexibilität, überaus starke Zielorientierung, keine Altersgrenzen und Studienplatzkontingente, freier Markt, schweizweites Angebot in Deutsch, Französisch und Italienisch, freie Wahl der Dozierenden im grossen akkreditierten Lehrkörper. Das ist einmalig. Unser Ziel ist es, auf dieser Basis noch besser auf die Bedürfnisse unserer Studierenden, d.h. auf die Bedürfnisse einer zukünftigen Generation von Musikpädagoginnen und Musikpädagogen einzugehen. Sie sollen ihr individuelles Potential bestmöglich ausschöpfen können.
Damit auch zukünftige Generationen von dieser privaten, flexiblen Musikausbildung profitieren können, kämpft ein von fünf engagierten Lehrkräften gegründeter Förderkreis um den Erhalt der SAMP.
Weitere Infos finden Sie unter zv_aus_und_weiterbildung.cfm
Fragen beantwortet die Präsidentin Marianne Wälchli gerne unter 077 411 34 27/ E-Mail: mariann.waelchli@gmx.ch
PC-Konto 60-634029-5, Förderkreis der privaten musikalischen Berufsausbildung in der Schweiz, 3006 Bern
Pour que les générations futures puissent aussi profiter de cette formation musicale privée et de sa flexibilité, une association de soutien, fondée par cinq professeurs engagés, lutte pour le maintien de l’ASMP.
Vous trouverez davantage d’informations sur zv_aus_und_weiterbildung.cfm
La présidente de l’association Marianne Wälchli se tient volontiers à votre disposition en cas de questions (077 411 34 27/ e-mail : mariann.waelchli@gmx.ch)
CCP 60-634029-5, Association de soutien de la formation musicale professionnelle privée en Suisse, 3006 Berne
Marianne Wälchli, Valentin Gloor, -bt
| Der SMPV ist der grösste schweizerische Berufsverband im Bereich Musik und Bildung. Er besteht aus einem Zentralverband und 15 regionalen Sektionen. Er bietet seinen Mitgliedern ein breites Spektrum an Dienstleistungen an und setzt sich für ihre beruflichen Interessen ein. |